Eine breitere Tür, ein großzügiger Durchgang oder eine Schiebetür – dafür muss oft eine bestehende Türöffnung vergrößert werden. Wenn die Wand tragend ist, ist das statisch ein Wanddurchbruch im Kleinen: Der vorhandene Sturz reicht nicht mehr aus und muss durch einen größeren ersetzt werden.
Warum ist die Vergrößerung statisch relevant?
Über jeder Türöffnung in einer tragenden Wand sitzt ein Sturz – ein Träger (aus Stahl, Beton oder Mauerwerk), der die Last der Wand und der darüber liegenden Decke über die Öffnung hinweg auf die seitlichen Wandbereiche ableitet.
Wenn Sie die Öffnung verbreitern, muss der Sturz länger werden – und damit auch stärker dimensioniert sein. Der alte Sturz reicht nicht mehr, ein neuer muss berechnet und eingebaut werden.
Was berechnet der Statiker?
- Welche Lasten auf dem vorhandenen Sturz liegen
- Welcher neue Sturz für die breitere Öffnung nötig ist
- Ob die seitlichen Wandbereiche (Auflager) ausreichen oder verstärkt werden müssen
- Ob der Einbau temporäre Abstützung erfordert
Typische Anwendungsfälle
Standard-Tür zur Doppeltür
Von ca. 90 cm auf 180 cm – fast eine Verdopplung der Spannweite. Der neue Sturz muss deutlich stärker sein.
Tür zur Schiebetür
Schiebetüren brauchen oft eine breitere Öffnung als Drehtüren, da das Türblatt seitlich in eine Wandtasche gleitet. Die Wandtasche muss statisch berücksichtigt werden.
Barrierefreier Umbau
Für Rollstuhlgerechtigkeit sollen Türen nach DIN 18040 in der Regel mindestens 90 cm lichte Breite aufweisen. Viele Altbautüren sind nur 80 cm breit – eine Verbreiterung um 10–15 cm kann schon einen neuen Sturz erfordern.
Offener Durchgang ohne Tür
Wenn die Tür komplett entfällt und ein offener Bogen oder Durchgang entsteht, wird die Öffnung oft zusätzlich vergrößert. Das ist statisch ein klassischer Wanddurchbruch.
Kosten im Überblick
| Posten | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Statikgutachten | ab 399 € |
| Neuer Stahlträger/Sturz (Material) | 150–600 € |
| Einbau durch Fachfirma | 800–2.500 € |
| Neue Tür/Zarge | 200–2.000 € |
| Nacharbeiten (Putz, Malen) | 200–500 € |
| Gesamt | ca. 1.600–6.000 € |
Stand März 2026
Ablauf: Türöffnung vergrößern
- Wand prüfen: Ist die Wand tragend? So erkennen Sie es. (bald verfügbar)
- Statikgutachten beauftragen: Der Statiker berechnet den neuen Sturz und prüft die Machbarkeit.
- Genehmigung klären: Je nach Landesbauordnung und Gebäudeklasse kann eine Baugenehmigung erforderlich sein.
- Abstützen: Decke oberhalb der Öffnung temporär abstützen.
- Alten Sturz entfernen: Vorsichtig den bestehenden Sturz freilegen.
- Neuen Sturz einbauen: Größerer Stahlträger oder Betonsturz einsetzen.
- Mauerwerk entfernen: Die Wand seitlich auf die neue Öffnungsbreite anpassen.
- Neue Tür/Zarge einbauen, verputzen, streichen.
Nichttragende Wand: Einfacher
Wenn die Wand nicht tragend ist, gibt es keinen lastabführenden Sturz. Die Vergrößerung ist dann ein reiner Abbruchvorgang:
- In der Regel kein Statiker nötig (wenn sicher nichttragend)
- Kein neuer Sturz
- Deutlich geringere Kosten (häufig im unteren vierstelligen Bereich)
Aber: Stellen Sie sicher, dass die Wand wirklich nicht tragend ist.
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