Die wichtigste Frage vor jedem Wanddurchbruch: Brauche ich einen Statiker? Die kurze Antwort: Bei tragenden Wänden in aller Regel ja. Bei nichttragenden Wänden in der Regel nicht. Doch wie erkennen Sie, ob Ihre Wand tragend ist? Und was passiert, wenn Sie ohne Statiker arbeiten?
Wann ist ein Statiker Pflicht?
Tragende Wand = Statiker in der Regel erforderlich
Tragende Wände leiten die Lasten der darüber liegenden Geschosse, der Decken und des Daches in die Fundamente ab. Wird eine solche Wand durchbrochen oder entfernt, muss die Last umgeleitet werden – in der Regel über einen Stahlträger oder Sturz.
Ohne statische Berechnung wissen Sie nicht:
- Welche Lasten auf der Wand liegen
- Welcher Stahlträger benötigt wird (Profil, Dimension)
- Wie die Auflager links und rechts ausgebildet sein müssen
- Ob die darunter liegende Konstruktion die Punktlasten aufnehmen kann
Baugenehmigung erforderlich
Je nach Landesbauordnung kann ein Wanddurchbruch in einer tragenden Wand genehmigungspflichtig oder zumindest anzeigepflichtig sein. Das Bauamt verlangt in der Regel einen Standsicherheitsnachweis – und den erstellt ein Statiker. Mehr Details dazu im Artikel Wanddurchbruch Genehmigung: Wann Pflicht, wann verfahrensfrei?
Stand März 2026
Mehrfamilienhaus oder Mietwohnung
In Mehrfamilienhäusern ist die Situation besonders sensibel: Ein unsachgemäßer Durchbruch betrifft nicht nur Ihre Wohnung, sondern die gesamte Statik des Gebäudes. Hausverwaltungen und WEG-Gemeinschaften verlangen deshalb fast immer ein Statikgutachten als Voraussetzung für die Genehmigung.
Wann ist kein Statiker nötig?
Bei eindeutig nichttragenden Wänden ist ein Statiker in der Regel nicht erforderlich. Das betrifft:
- Trockenbauwände (Rigips): Diese Leichtbauwände tragen keine Lasten und können in der Regel problemlos entfernt werden.
- Dünne Trennwände: Wände unter 11,5 cm Dicke sind meistens nichttragend (aber nicht immer – im Altbau können auch dünne Wände aussteifend sein).
- Nachträglich eingezogene Wände: Wenn Sie sicher wissen, dass eine Wand nachträglich eingezogen wurde und keine tragende Funktion hat.
Vorsicht: Im Zweifel lieber einen Statiker fragen. Eine Fehleinschätzung kann lebensgefährlich sein. Für 299 € haben Sie Gewissheit.
Wie erkenne ich, ob meine Wand tragend ist?
Es gibt einige Anhaltspunkte, die Ihnen bei der Einschätzung helfen. Eine sichere Aussage kann jedoch nur ein Fachmann treffen.
- Wandstärke messen: Wände ab 17,5 cm Dicke (gemessen mit Putz) sind häufig tragend. Ab 24 cm fast immer.
- Verlauf prüfen: Verläuft die Wand über mehrere Geschosse übereinander? Dann ist sie wahrscheinlich tragend.
- Grundriss studieren: In Bauplänen sind tragende Wände oft dicker dargestellt als nichttragende.
- Material beachten: Kalksandstein, Beton und Vollziegel deuten auf tragende Wände hin. Gipskarton und Porenbeton eher auf nichttragende.
- Position: Wände unter tragenden Wänden des Obergeschosses sind selbst tragend. Außenwände sind fast immer tragend.
Ausführliche Tipps finden Sie im Artikel Tragende Wand erkennen: 5 sichere Methoden (bald verfügbar).
Was passiert ohne Statiker?
Schlimmster Fall: Einsturz
Wenn eine tragende Wand ohne fachgerechte Abstützung durchbrochen wird, kann die Decke absacken oder im Extremfall das gesamte Geschoss einstürzen. Das ist kein theoretisches Risiko – es passiert regelmäßig bei unsachgemäßen Umbauten.
Rechtliche Konsequenzen
- Bußgelder: Bei genehmigungspflichtigen Durchbrüchen können je nach Bundesland empfindliche Bußgelder drohen.
- Rückbaupflicht: Das Bauamt kann den Rückbau des gesamten Durchbruchs anordnen – auf Ihre Kosten.
- Strafrechtliche Haftung: Bei Personenschäden kann eine persönliche Haftung in Betracht kommen.
Stand März 2026
Versicherung verweigert Leistung
Ohne Standsicherheitsnachweis verweigern Gebäudeversicherungen im Schadensfall häufig die Leistung. Sie bleiben dann auf den Kosten sitzen – und die können bei Gebäudeschäden erheblich ausfallen.
Was kostet der Statiker?
| Anbieter-Typ | Preisspanne |
|---|---|
| Lokaler Statiker (Stundensatz) | 480–2.300 € |
| Online-Statiker (Festpreis) | 300–700 € |
| VTM Statik (Festpreis) | 299–499 € |
Details und einen vollständigen Preisvergleich finden Sie im Artikel Was kostet ein Statiker für einen Wanddurchbruch? (bald verfügbar)
Fazit: Im Zweifel zum Statiker
Bei tragenden Wänden ist ein Statiker in aller Regel erforderlich. Bei nichttragenden Wänden können Sie in der Regel darauf verzichten. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Wand tragend ist: Fragen Sie lieber. Für 299 € haben Sie Gewissheit und können Ihren Wanddurchbruch rechtssicher und ohne Risiko durchführen.
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