Sie brauchen einen „Statiker“ — aber wenn Sie anfangen zu recherchieren, stoßen Sie auf Begriffe wie Tragwerksplaner, Prüfstatiker und Prüfingenieur. Selbst Handwerker und Architekten werfen diese Begriffe durcheinander. Dabei hat jeder eine klar definierte Rolle — und für Ihr Bauprojekt ist es wichtig, den Unterschied zu kennen.
Drei Begriffe, viel Verwirrung
Warum ist die Unterscheidung wichtig? Weil Sie sonst möglicherweise den falschen Experten beauftragen, unnötig Geld ausgeben oder wichtige Schritte übersehen. Wer den Unterschied kennt, spart Zeit, Geld und Nerven.
Der Tragwerksplaner — Ihr Statiker für die Planung
Was er macht
Der Tragwerksplaner (umgangssprachlich „Statiker“) berechnet und bemisst das Tragwerk. Er dimensioniert Wände, Decken, Träger und Fundamente so, dass sie alle auftretenden Lasten sicher abtragen können. Sein Ergebnis: der statische Nachweis (auch Standsicherheitsnachweis genannt).
Wann Sie ihn brauchen
- Neubau — für den Bauantrag
- Umbau — wenn tragende Bauteile betroffen sind
- Wanddurchbruch — Bemessung des Sturzes/Trägers
- Anbau, Aufstockung, Dachausbau
- Bestandsbewertung (Risse, Hauskauf, etc.)
Sein Ergebnis
Statische Berechnung, Positionspläne, ggf. Bewehrungspläne — die Grundlage für den Bauantrag und die Ausführung durch den Handwerker.
Der Prüfstatiker (Prüfingenieur) — die unabhängige Kontrolle
Was er macht
Der Prüfstatiker (offiziell: Prüfingenieur für Standsicherheit) prüft die Berechnung des Tragwerksplaners. Er rechnet nicht selbst — er kontrolliert, ob die Berechnung korrekt und vollständig ist. Das Vieraugenprinzip.
Wann er ins Spiel kommt
Nicht bei jedem Projekt. Ein Prüfstatiker wird bei bestimmten Gebäudeklassen vorgeschrieben (Stand Mai 2025 — je nach Bundesland unterschiedlich). Bei kleinen Umbauten wie einem Wanddurchbruch im Einfamilienhaus ist in der Regel kein Prüfstatiker nötig.
Wer ihn beauftragt
Der Prüfstatiker wird unabhängig vom Tragwerksplaner beauftragt — entweder durch den Bauherrn oder die Bauaufsicht. Er darf nicht identisch mit dem Tragwerksplaner sein.
Der Begriff „Statiker“
„Statiker“ ist keine offizielle Berufsbezeichnung — umgangssprachlich ist damit fast immer der Tragwerksplaner gemeint. Manchmal wird der Begriff aber auch für den Prüfstatiker verwendet, was für Verwirrung sorgt.
Wenn Ihr Architekt oder Handwerker sagt „Sie brauchen einen Statiker“, meint er in aller Regel: Sie brauchen einen Tragwerksplaner, der die statische Berechnung erstellt.
Welchen Experten brauchen Sie für Ihr Vorhaben?
| Ihr Vorhaben | Was Sie brauchen |
|---|---|
| Wanddurchbruch oder kleiner Umbau | Tragwerksplaner (= VTM) |
| Neubau Einfamilienhaus | Tragwerksplaner + ggf. Prüfstatiker |
| Neubau Mehrfamilienhaus | Tragwerksplaner + Prüfstatiker |
| Bestandsbewertung / Hauskauf | Tragwerksplaner (= VTM) |
| Dachausbau, Aufstockung, Anbau | Tragwerksplaner + ggf. Prüfstatiker |
Ob ein Prüfstatiker nötig ist, hängt vom Bundesland und der Gebäudeklasse ab.
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Ist ein Tragwerksplaner das Gleiche wie ein Statiker?
Ja — „Statiker“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Tragwerksplaner.
Brauche ich für einen Wanddurchbruch einen Prüfstatiker?
In der Regel nein. Für kleine Umbauten wie Wanddurchbrüche reicht der Tragwerksplaner. Ein Prüfstatiker wird nur bei größeren Bauvorhaben oder bestimmten Gebäudeklassen vorgeschrieben.
Wie finde ich heraus, ob ich einen Prüfstatiker brauche?
Das steht in der Landesbauordnung Ihres Bundeslandes und hängt von der Gebäudeklasse ab. Im Zweifel kann Ihr Tragwerksplaner oder das Bauamt Auskunft geben.
Kann VTM auch als Prüfstatiker arbeiten?
VTM arbeitet als Tragwerksplaner — wir erstellen die statische Berechnung. Falls ein Prüfstatiker benötigt wird, vermitteln wir gerne weiter.
Egal, welcher Experte am Ende beteiligt ist: Im Zweifel ist ein Statik-Gutachten immer die sicherere Wahl. Wer einen Eingriff in tragende Bauteile plant, sollte sich nicht fragen, ob ein Tragwerksplaner Sinn ergibt – sondern, wie schnell er die Berechnung bekommt.
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